Christkindl

Wohl kein Lexikon und kein Atlas nannte diesen auf den Globus einzigartigen Flecken, bis ihn ein Poststempel in aller Welt bekannt gemacht hat: Christkindl in Oberösterreich, ein Wallfahrtsort etwa 2 km westlich der Stadt Steyr a. d. Enns gelegen. Seine Geschichte begann im Jahre 1695 oder 1696 mit dem Steyrer Thurnermeister Ferdinand Sertl, der von der als unheilbar geltenden Epilepsie befallen war. Die Zölestinerinnen in Steyr hatten ihm eine Wachsfigur des Jesuskind gegeben, die er in der Höhlung eines Baumes in der Gegend des heutigen Ortes Christkindl aufstellte und jeden Samstag zu Gebet und Andacht auf- suchte. Sertl wurde geheilt, was sich herum sprach und auch Pilger aus Tirol, Steiermark Bayern und Italien in so großer Zahl anlockte, dass aus den Opfergaben schon 1699 eine hölzerne Kapelle "Zum gnadenreiche Christkindl im Baum unserem Himmel" errichtet werden konnte. Im Jahre 1708 nach Plänen des italienischen Brauchmeisters Carlo Antonio Carlone und nach dem Vorbild des Pantheons in Rom mit dem Bau der heutigen barocken Wallfahrtskirche, die schließlich von dem österreichischen Baumeister Jacob Prandtauer vollendet und 1725 geweiht wurde. Die mehr weltlich bestimmte Berühmte von Christkindl begann im Jahre 1950 mit der erstmaligen Einrichtung Eines Sonderpostamts zur Weihnachtszeit, über das seither alljährlich von Ende November oder Anfang Dezember bis ein- schließlich 6. Januar zum Weihnachtsfest in alle Welt geleitet und mit einem jährlich wechselnden Sonderstempel versehen können. Wie kann man sich selbst, seinen Kindern oder Bekannten diese Freude machen? Angenommen werden mit Ausnahme Massendrucksachen, Massenwarenprodukte oder Briefsendungen mit allgemein gehaltener Anschrift alle Arten von Briefsendungen des In- und Auslandes eingeschrieben, die man ordnungs- gemäß frankiert mit einem an das Postamt A-4411 Christkindl in Oberösterreich adressierten besonderen Umschlag zur Abstempelung und Weiterleitung sendet. Ausländische Interessenten, die nicht im Besitz gültiger österreichischer Briefmarken zur Weiter- oder Rücksendung sind oder sein können, müssen den entsprechenden Wert in den an jedem Postschalter Weltpostvereins beilegen.


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