Von Kirchenbänken zu Autositzen


Es ist in der Tat erstaunlich, dass der ADAC mehr Mitglieder hat als die Katholische Kirche in Deutschland. Laut einem Artikel von Zeit Online hat der ADAC im Jahr 2023 rund 21 Millionen Mitglieder, während die Katholische Kirche nur noch 20,7 Millionen hat. Es ist jedoch schwierig zu sagen, ob die Menschen nun mehr an Autos als an die Kirche glauben. ... auch wenn die Menschen die Kirche verlassen ... und der ADAC Zuwachs bekommt. Während die Kirche seit Jahren Mitglieder verliert, floriert der Automobil-Club. Was sagt das über unsere Gesellschaft aus?

Es ist skurril zu denken, dass Menschen heute scheinbar mehr Vertrauen in einen Automobil-Club setzen als in eine jahrtausendealte Institution des Glaubens. Das Auto, ein Symbol für Freiheit und Selbstbestimmung, scheint in den Herzen vieler einen höheren Stellenwert zu haben als spirituelle Führung und Gemeinschaft.

Die Tatsache, dass der ADAC in den 60er Jahren zu wachsen begann, genau zu dem Zeitpunkt, als die Kirche anfing zu schrumpfen, lässt tief blicken. Es wirft die Frage auf: Haben die Menschen ihren Glauben an das Göttliche gegen den Glauben an die Maschine eingetauscht? Oder ist es einfach ein Zeichen dafür, dass sich die Prioritäten verschoben haben und der Sonntag lieber auf der Autobahn als in der Kirchenbank verbracht wird?

Es ist traurig und zugleich faszinierend, wie sich die Werte und Überzeugungen einer Gesellschaft im Laufe der Zeit wandeln. Doch vielleicht ist es an der Zeit, dass die Kirche sich selbst reflektiert und Wege findet, wieder näher an die Menschen heranzurücken. Denn während Autos uns von A nach B bringen, bietet der Glaube eine Reise, die über das Irdische hinausgeht.

Quelle: ZEIT-Online.de (Oktober 2023)


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