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Braungart: Literatur und Religion in der Moderne

Tim Lörke und Robert Walter-Jochum geben mit 33 weiteren Beitragenden in ihrem 2015 erschienenen Buch „Religion und Literatur im 20. und 21.Jahrhundert“ - so in deren Vorwort - „einen Überblick über das weite Feld der Verhältnisse zwischen ´Religion´ und ´Literatur´“. Einer der Beitragenden ist der 1956 geborene Autor dieses neuen Buches (siehe http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/braungart/vita.html). Braungart lehrt seit 1996 in Bielefeld Allgemeine Literaturwissenschaft und Neuere deutsche Literatur.

In den insgesamt 17 Studien geht es Braungart in anthropologischer Konzentration (der Titel des ersten der insgesamt vier Hauptteile ist: „Anthropologische Wende: Eine Kunst für die Menschen – und eine Religion auch“) um religiös getönte Literatur seit der Aufklärung. Braungart beginnt mit Lessings „Nathan der Weise“ (S. 53-63) und endet S. 487-499 mit Uwe Kolbes Sonett „Eisvogel“. Dazwischen stehen unter anderem Brecht, Dürrenmatt, George, Kafka, Thomas Mann, Mörike, Rilke, Schiller und Trakl. Ich nenne diese nurmehr beispielhaft und nach dem ABC geordnet; Braungart ordnet seine 17 Studien den vier Teilen seines Buches zu (I: siehe oben; II: „Kunst – Religion, Kunst-Religion“; III: „Ästhetische Geselligkeit“; IV: siehe unten). Seine exemplarischen Interpretationen stoßen verständlicherweise weiter in literarische Gefilde vor als in den kirchlich-theologischen Bereich. Sie sind es auf jeden Fall sehr wert, gelesen, ja studiert zu werden – vielleicht gepaart mit einer re-lecture der betreffenden Werke.

Von großem Lesevorteil ist, dass Braungart diese Studien nicht als literarische Produkte am Schreibtisch entwarf, sondern dass sie „oft auf Vorträgen zurückgehen“ (S. 18). Diese wurden dann überarbeitet, gekürzt und stärker aufeinander bezogen. Sehr lang ist die Literaturliste (S. 502-551; davon allein fünf Seiten Werke Braungarts!).

Abgesehen von den einzelnen Studien lese man auf jeden Fall die längere „Einführung“ (S. 21-50) am Anfang und den ungefähr gleich umfänglichen „Epilog“ am Ende (S. 463-499). Dort wird die provokante Frage gestellt: „Leistet die Kunst, was institutionalisierte Religion nicht (mehr) leistet?“ Darin zeigt sich Braungart theologisch wach und demütig (vergleiche S. 471) - und als zorniger, sehr kritischer katholischer, ja sarkastischer Christ: „Herr, ´schmeiß´ Hirn runter. Das müsste das wichtigste katholische Stoßgebet sein. Es braucht ja nicht gleich zu viel herunterzukommen. Ein klein wenig, das wäre schon was.“ (S. 474) (gm)


Wolfgang Braungart
Literatur und Religion in der Moderne
Studien
1. Aufl. 2016, 555 Seiten, 6 s/w Abb., Festeinband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7705-5949-7
EUR 49.90 / CHF 60.90

Wilhelm Fink-Verlag

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Stangneth, B.: Böses Denken Lehmann/Schächter: Mit langem Atem