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NEWSletter 04/2017

Rundbrief an die

Interessierten, Fans und Freunde

von theology.de


ISSN: 1611-0269  
Ausgabe: 04/2017   
Empfänger: 15.844



INHALT


ANGEDACHT: Gebannter Blick

Gebannt blicken wir auf die vielfältigen Aktivitäten Reformationsjubiläums und gebannt blicken wir auf die Worte und Taten der kirchlich Verantwortlichen. Dabei scheint man bei aller Euphorie aber einem „Stachel im Fleisch“ beharrlich aus dem Weg zu gehen: dem Bann Luthers und den Lutheraner mit all seinen Folgen bis heute. Ein gutes Miteinander heute ist ohne eine Bewältigung der Vergangenheit nicht möglich.

Gebannt: Bannandrohung und Bann
„Erhebe dich, Herr, […] ein Wildschwein sucht deinen Weinberg zu verwüsten!“ Mit diesen drastischen Worten warnte Papst Leo X. eindringlich vor der Gefährdung durch die Lehren des aufmüpfigen Professors. Sie stammen aus der Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“ („Erhebe dich, Herr“) gegen Luther vom 15. Juni 1520. In diesem päpstlichen Schreiben werden 41 Sätze Luthers als Irrlehren verurteilt. Die Bücher Luthers sollen beschlagnahmt und öffentlich verbrannt werden; „damit sein Gedächtnis ganz aus der Gemeinschaft der Gläubigen Christi getilgt wird“. Das klingt nicht nach einer vorübergehenden Lösung. Luther erhält sofortiges Predigtverbot und ihm wird eine Frist von 60 Tagen eingeräumt, seine Lehren zu widerrufen. Bei Weigerung sollten er und seine Anhänger als Ketzer verurteilt und exkommuniziert (aus der Kirche ausgeschlossen) werden, - das gilt also auch den heutigen Lutheranern. Die Obrigkeiten werden aufgefordert, Luther in diesem Fall gefangen zu nehmen und nach Rom auszuliefern. Jede Beherbergung und Unterstützung Luthers wird streng verboten.

Luther reagierte am 10. Okt. 1520 mit der Verbrennung der Bannbulle vor dem Elstertor in Wittenberg, - er protestierte und widerrief nicht! In der Bulle „Decet Romanum Pontificem“ vom 3. Januar 1521 werden die Aussagen von „Exsurge Domine“ rekapituliert. Nach Ablauf der Frist ist Luther als Häretiker erwiesen. Wer Luther folgt oder schützt, ist ebenfalls Häretiker und gilt als exkommuniziert. In der Gründonnerstagsbulle vom 28.3.1521 werden unter den Häretikern auch Martin Luther und seine Anhänger, Beschützer, Begünstiger und Verteidiger als Häretiker exkommuniziert. Das bestätigt auch später das Wormser Edikt vom 8. Mai 1521. 

Mit dieser Exkommunizierung Luthers verhindert Papst Leo X eine innerkirchliche Reformation und stellt die Weichen in Richtung Spaltung. Die Exkommunizierung Luthers ist nie wieder aufgehoben worden; da es in der römisch-katholischen Kirche „unüblich“ sei, dies posthum zu tun. Üblichkeiten kann man ändern, - und Martin Luther ist zwar tot, aber seine Anhänger, die Lutheraner leben! Daher ist es an der Zeit, nach fast 500 Jahren, die Exkommunizierungen Luthers aufzuheben, da sie die Verurteilung seiner Lehren und die Anhänger der Lehre – die Lutheraner - mitbeinhaltet. Das macht ein geschwisterliches Miteinander, eine Ökumene auf Augenhöhe unmöglich! 

Gebannt: neue Entwicklungen
Es ist sehr erfreulich, dass am 6. Februar 2017 der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, in Begleitung von Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Papst Franziskus in Rom einen offiziellen Besuch zum Reformationsjubiläum abgestattet hat. Franziskus sprach von „einer bereits versöhnten Verschiedenheit“. Er schätze, die geistlichen und theologischen Gaben, die wir von der Reformation empfangen haben, und er wolle sich mit all seinen Kräften darum bemühen, die noch bestehenden Hindernisse zu überwinden. Ich hätte da einen ganz konkreten Vorschlag für diese Bemühungen.

Gebannt: Bann bannen 
Ökumene, ein geschwisterliches Miteinander, kirchliche Einheit (als Einheit oder in Vielfalt) kann nicht gelingen, wenn man den „Kirchenvater“ Luther als Irrlehrer verdammt, seine Lehre und seine Anhänger, - die Lutheraner! Es wäre auch unredlich, die alten Geschichten zu ignorieren. Denn dies beeinträchtigte das Miteinander in der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Dies führte zum Stillstand der Amtskirchen in entscheidenden Fragen: gegenseitige Anerkennung der Ämter und die eucharistische Gemeinschaft. Diesen Fortschritten hinken die Kirchenführer weit hinterher. Sie tragen die Verantwortung vor Gott und den Menschen, wenn sie mit der Beseitigung der „noch bestehenden Hindernisse“ nicht ernst machen!

Gebannt: Forderungen zum Jubiläumsjahr 2017
Für das Jubiläumsjahr 2017 sollten die Verantwortlichen die teils schon seit Jahrzehnten vorliegenden Ergebnisse der ökumenischen Dialogkommissionen konsequent in die Tat umsetzen:
1. Aufhebung aller Exkommunikationen aus der Reformationszeit
2. Rehabilitation Martin Luthers und seiner Lehre
3. Anerkennung der protestantischen Ämter
4. Gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft

500 Jahre Reformation zu feiern, ohne die Kirchenspaltung wirklich zu beenden, würde bedeuten, neue Schuld auf sich zu laden. In der globalisierten und säkularisierten Welt von heute wirkt das Christentum nur dann glaubwürdig, wenn es sich als Gemeinschaft in wahrhaft versöhnter Verschiedenheit darstellt. Dazu gehört ein konstruktive Vergangenheitsbewältigung! Die Bannandrohungsbulle hallt nach: Exsurge Domine "Erhebe dich, Herr, und richte deine Sache!“ ist wahrlich zu richten bzw. zu korrigieren, - denn bald über 500 Jahre Trennung ist bereits eine viel zu lange Zeit! Wir blicken gebannt auf eine gemeinsame und bessere Zeit.

NEU IM April 2017

AKTUELLER NEWSletter - ANGEDACHT: Gebannter Blick

... unser aktueller NEWSletter

GEDENKTAG: 1. April

Als Aprilscherz bezeichnet man den Brauch, am 1. April seine Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte Geschichten hereinzulegen. Es gibt auch Erklärungsversuche, die religiöse bzw. kirchliche Wurzeln haben ...

KARWOCHE: Palmsonntag, 9.4.

Mit dem Palmsonntag (lateinisch dies florum, dies palmarum), volkstümlich im evangelischen Bereich Palmarum, auch Palmtag genannt, beginnt die Karwoche. An diesem Sonntag wird besonders die Karwoche. An diesem Sonntag wird besonders des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht ...

KARWOCHE: Gründonnerstag, 13.4.

Der Gründonnerstag ist seit dem 12. Jh. volkstümliche Bezeichnung für den kirchlichen Gedenktag der Einsetzung des Abendmahls (de coena domini), wurde schon in der alten Kirche als solcher begangen. Das Abendmahl bedeutet Abschied von Jesus nehmen, gleichzeitig aber auch ein Anfang für den christlichen Glauben. Denn in Form von Brot und Wein wurde Jesus selbst angenommen und um Vergebung der Schuld gebeten ...

KARWOCHE: Karfreitag, 14.4.

Der Karfreitag ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. An diesem Tag werden verschiedene Brauchtümer gepflegt. Für viele evangelische Christen ist es der höchste Feiertag im Jahr...

PASSIONSZEIT: Unterrichtsideen, Erzählungen ...

Die Passionszeit im Unterricht - Hier finden Sie Hinweise zur Passionszeit: Unterrichtsideen, Erzählungen, Bilder, Bibeldidaktische Einführungen ...

OSTERN: 16./17.4.

Ostern - Eine Übersicht zu den Inhalten zu Ostern

OSTERN in den synoptischen Evangelien

Ostern in den vier synoptischen Evangelien

OSTERBRÄUCHE: Deutschland

Osterbräuche in Deutschland - Deutsche Osterbräuche

OSTERBRÄUCHE: Europa & weltweit

Osterbräuche in Europa und Osterbräuche weltweit

ÖKUMENE: „Tag der Freude“ - Kirchen feiern Versöhnung

„Healing of Memories“ - Mit einem gemeinsamen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in der Hildesheimer Michaeliskirche haben katholische und evangelische Kirche in Deutschland heute eine Umkehr von der Jahrhunderte währenden Geschichte gegenseitiger Verletzungen und Abgrenzung vollzogen. ...

DOWNLOADS: Frauen der Reformation

„Ohne die Unterstützung der Frauen hätte es keine Reformation gegeben.“ - Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen hat 2010 eine Arbeitshilfe zum Thema "Frauen und Reformation" herausgegeben ...

WiReLex: Religionspädagogisches Fachlexikon

Kostenloses Online-Angebot WiReLex mit Fachinhalten und Impulsen Jetzt 100 neue Artikel zu religionspädagogischen Themen. Von der Auferstehung Jesu bis zur Wirtschafts- und Unternehmensethik reichen die Themen der 100 neuen Artikel, die jetzt auf www.wirelex.de aufgerufen werden können.

SECTA: Podcast über Glaubensgemeinschaften

Es gibt Abertausende von Glaubensgemeinschaften auf der Welt – große, kleine, kuriose und gefährliche. Secta stellt in jeder Folge eine Gruppierung als Podcast vor. ...

FAKE: Tutorial, um Lügen im Netz zu erkennen

Jeden Tag erscheinen weltweit Millionen neue Videos, Artikel und Posts im Internet. Woher soll man wissen: Stimmt das wirklich, was da zu sehen und zu lesen ist? Oder ist alles nur Fake? Eine Lüge? Eine Anleitung in drei Schritten. ...

VERANSTALTUNGEN

Veranstaltungen, Events, Programme etc. im Überblick

BIBELGALERIE: „Die Macht des Wortes", 26.3.-5.11.

„Die Macht des Wortes

ECIC 2017, 25.-28.4.

Vom 25. bis 28. April 2017 findet zum Thema "Extended Reality and Public Theology" die 22. European Christian Internet Conference (ECIC) in Warschau statt. ...

KINDERWUNSCH-WUNSCHKIND-DESIGNERBABY: 29.4.-6.5.

Woche für das Leben – Bundesweite Aktion vom 29. April bis 6. Mai Thema ist der Beginn des Lebens: "Kinderwunsch - Wunschkind - Designerbaby"...

WELTAUSSTELLUNG REFORMATION, 20.5.-10.9.

Im Reformationssommer 2017 präsentieren Kirchen aus aller Welt, internationale Institutionen, Organisationen, Initiativen und viele Kulturschaffende ihre aktuelle Sicht auf die Reformation. Ergänzend wird in den Sommerwochen ab dem 20. Mai ein umfangreiches Programm auf großen und kleinen Bühnen in der Stadt geboten; auf Podien und in Veranstaltungszelten wird zu Diskussionen, Debatten, Sessions und vielem anderen eingeladen ...

DEKT: 24.-28.5.

Alle zwei Jahre zieht der Kirchentag eine Stadt fünf Tage lang in seinen Bann, - nun vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin - Wittenberg. Über 100.000 Menschen jeden Alters, unterschiedlicher Religionen und Herkunft kommen zusammen, um ein Fest des Glaubens zu feiern und über die Fragen der Zeit nachzudenken und zu diskutieren. ...

BUCH-Empfehlungen

Hier finden Sie unsere Buchempfehlungen jeden Monat neu ... und auch in unserem Archiv: Buch & Bücher zu Theologie & Kirche

GEWINNEN: Monatsrätsel

Rätsel zum April 2016: Welches Gleichnis ist von Jesus?
a) Der verlorene Ring
b) Das verlorene Schaf
c) Der verlorene Thron.

... einen Tipp finden Sie
hier. Einsendeschluss ist der 24.04.2016.

Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen:

10 mal je 1 MasterTool Themenpaket10 Gebote und 14 Gleichnisse als Download-Link. Mit dieser interaktiven Quiz-Software werden die 10 Gebote von Mose und die Gleichnisse von Jesus für Schüler nicht nur bunt, sondern auch begeisternd. Eine selbständige Erarbeitung durch Schüler am PC oder Tablet ebenso möglich wie der lehrergeleitete Einsatz am Whiteboard oder per Beamer und Laptop. Empfohlen für Schüler der Klassen 3 bis 8. Nähere Infos zu diesem neuen multimedialen Teaching-Tool von Reli-Power.de gibt es hier ... >>>
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SKURRILES: James Hamptons Thronsaal und Notizen

James Hampton schuf in seinem Leben nur ein einziges Kunstwerk. Dafür hinterließ er über 100 Seiten verschlüsselte Notizen, die bis heute niemand dechiffrieren konnte. ...

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Ihr Team von theology.de 

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