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Warum der Papst nicht Prada trägt

Modefragen waren dem Vatikan bisher eher fremd. Jetzt aber stellt er klar: „Der Papst trägt Christus“. Schon. Aber woher stammen die roten Schuhe?

Seit der zuvor recht unauffällige Joseph Ratzinger Papst ist – seit April 2005 – überrascht er die Fotografen immer wieder mit extravaganter Hutmode: ... Besonderes Aufsehen indes erregten des Papstes neue Schuhe. Nach den eher bräunlichen Mokassins von Johannes Paul II. wählte Benedikt leuchtend rote Modelle. Modeexperten waren sich sicher: die konnten nur vom Mailänder Edelproduzenten Prada stammen.

Erst drei Jahre nach dem Aufkommen dieser Gerüchte schreitet jetzt die offizielle Vatikanzeitung, der „Osservatore Romano“, zur amtlich unfehlbaren Widerlegung. Der Autor, der als Juan Manuel de Prada (!) firmiert, beklagt „die Oberflächlichkeit unserer Zeit, die ins Banale zieht, was sie nicht begreift“. Benedikt sei „ein einfacher und nüchterner Mensch“, der seine Kleidung zwar tatsächlich mit viel Bedacht wähle, aber nicht „des ästhetischen Getues“ wegen.

Der Papst wolle vielmehr die „Schönheit der Liturgie“ ausdrücken, er wolle den „Sinn für deren geschichtliche Verwurzelung, fürs Wesentliche“ am Leben halten, für die „Notwendigkeit der inneren Umformung des Menschen“ auf Christus hin. Benedikt XVI. wähle also seine liturgischen Kleider aus der Tradition, „um Christus anzuziehen“, schließt der „Osservatore Romano“: „Kurz gesagt, der Papst trägt nicht Prada, sondern Christus“...

Quelle: DiePresse.com (30.06.2008)

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