Karwoche

Die Karwoche ist die Woche unmittelbar vor Ostern. Sie ist die Kernzeit der österlichen Passionszeit und für Christen die wichtigste Woche des Kirchenjahres.

Katholische Kirche: Karwoche wird in der kath. Kirche die »stille Woche« genannt, in der sich die Gemeinde in die Passionsgeschichte versenkt, die am Sonntag nach Matthäus, am Dienstag nach Markus, am Mittwoch nach Lukas, am Freitag nach Johannes gelesen (oder vom »Christus«, »Chronista« und »Succentor« gesungen) wird. Den kara- (d. h. Trauer-)Charakter hat die Katholische Kirche seit dem Mittelalter. Vorher schon wurde in ihr als der »hebdomada maior« Christi Sieg über den Tod gefeiert (daher noch heute die Triumphgesänge bei Palmweihe und -Prozession und der Festcharakter der Donnerstagsmesse).

Die Liturgie ist - entsprechend dem »Gesetz von der Erhaltung des Alten in liturgisch hochwertiger Zeit« sehr altertümlich. Besonders an den letzten Tagen (triduum sacrum). Sehr alte Gebräuche wie die Entblößung des Altars und das Schweigen der Glocken erfuhren eine Umdeutung. -

Evangelische Kirche: In der evangelischen Kirche, die anfangs nur Gründonnerstag und Karfreitag als »halbe Feiertage« beging und im 19. Jh. den Freitag zum »größten evangelischen Festtag« zu machen versuchte, bemüht man sich jetzt, wieder stärker Anschluß an die römische Liturgietradition zu bekommen.

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag. An diesem Tag werden - im Gedenken an Jesus Einzug in Jerusalem - feierliche Prozessionen veranstaltet und Palmen- oder Buchsbaumzweige der Christen gesegnet.

In der Karwoche liegen noch der Gründonnerstag, der Karfreitag und der Karsamstag, auch Ostersamstag genannt.

Nach christlichem Glauben gehören der Karfreitag und der Karsamstag schon zum österlichen Fest. Jedoch beginnt das Osterfest erst mit dem Gottesdienst am Karsamstag-Abend.

Der Gründonnerstag erinnert an das Abendmahl vor der Kreuzigung Jesu. Die Bezeichnung Gründonnerstag kann auf verschiedene Erklärungen zurückgeführt werden.

Der Karfreitag ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. An diesem Tag werden verschiedene Brauchtümer gepflegt. Für die evangelischen Christen ist es der höchste Feiertag im Jahr.

Der Karsamstag wird häufig schon zum Osterfest gezählt, jedoch beginnt das Osterfest erst mit dem Gottesdienst am Abend von Karsamstag auf Ostersonntag.



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