Steffenky, F.: Orte des Glaubens

Bevor Steffensky 1969 zum lutherischen Bekenntnis konvertierte und Dorothe Sölle heiratete, hatte er 13 Jahre lang als Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach gelebt. Beruflich war er in Köln und Hamburg Professor für Erziehungswissenschaften. Letzteres spürt man seiner leicht lesbaren Art und Weise des Schreibens dankbar an.

Im April dieses Jahres erschien Walter Kardinal Kasper / Mouhanad Khorchide: Gottes erster Name. Ein islamisch-christliches Gespräch über Barmherzigkeit. Nun dieses kleine Büchlein Steffenskys mit demselben Hauptwort. Gleich im ersten Satz seiner „Hinführung“ (S. 7-10) weist Steffensky darauf hin, dass „in den drei großen Religionen [Judentum, Christentum und Islam] Barmherzigkeit ein Grundname Gottes ist.“ (umgestellt) Steffensky will jedoch keinen religionswissenschaftlichen oder ökumenischen Beitrag liefern, sondern ganz einfach „Meditationen zu den sieben Werken der Barmherzigkeit“ (S. 10); diese erschienen ursprünglich in „Frau und Mutter, der Zeitschrift der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands.“ (ebenda)

Inhaltlich geht es – Matth 25 aufnehmend - bei den leiblichen Werken der Barmherzigkeit darum, die Hungrigen zu speisen, die Durstigen zu tränken, Fremde zu beherbergen, Nackte zu kleiden, Kranke zu pflegen, Gefangene zu besuchen und Tote zu begraben. Dazu treten, der mittelalterlichen katholischen Tradition folgend, sieben geistliche Werke: die Unwissenden lehren, den Zweifelnden recht raten, die Traurigen trösten, die Sünder zurechtweisen, die Lästigen geduldig ertragen, gerne verzeihen, für die Lebenden und die Toten beten.

Ich verstehe Steffenskys Meditationen als Konkretionen christlicher Alltagsethik und las sie sehr gerne. (gm)


Fulbert Steffensky
Orte des Glaubens
Die sieben Werke der Barmherzigkeit

2017
gebunden 107 S.
15,-- €

Radius Verlag Stuttgart



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