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Griechische Grammatik zum Neuen Testament

Dies ist keine Rezension beziehungsweise ein gewöhnlicher Hinweis auf ein neu erschienenes Buch. Das auch. Das aber nicht nur und nicht vorrangig. Viel grundsätzlicher geht es mir um den Umgang und Gebrauch speziell des Griechischen durch uns studierte Theologen. Jede/r wird sich an seinen/ihren Griechisch-Unterricht erinnern, entweder im altsprachlichen Gymnasium oder in einem zweisemestrigen Kurs an einer Uni, mit mehr oder weniger klassisch-philosophischen Texten und vor allem dann an die neutestamentlichen Texte in Pro- und Hauptseminaren, also an den Kaegi, griechisch-deutsche Wörterbücher oder aufs NT Graece bezogen an Bornemann-Risch oder Blass-Debrunner-Rehkopf und Bauer-Alands „Wörterbuch zum NT“ (1988). Nun also von Siebenthalers neu bearbeitete und neu aufgelegte Grammatik des neutestamentlichen Griechisch. Sie wurde benutzerfreundlich gestaltet und ist nun insgesamt 803 wertvolle Seiten dick. Damit ist das sprachliche Handwerkszeug um ein sehr wichtiges Teil bereichert.

In vier Kapiteln geht es um die Schrift- und Lautlehre, die Formenlehre und natürlich vor allem um Syntax und Textgrammatik. Durchgehend wird auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede von klassischem Griechisch und dem neutestamentlichen Koine-Griechisch aufmerksam gemacht. Die Kenntnis des klassischen Griechisch wird nicht vorausgesetzt. Auch Latein muss man nicht beherrschen, um mit von Siebenthals Grammatik das NT Graece zu erschließen. Sogar die Beispielstellen werden übersetzt! So ist diese Grammatik ein vorzügliches Hilfsmittel - ein Muss in jeder Pfarrbibliothek.

Als ich mein erstes Theol. Examen in der Tasche hatte, ging ich zu einigen meiner Professoren und bat sie, mir zum Abschied und Übergang vom Studium ins Ausbildungsvikariat „ein goldenes Wort“ mitzugeben. Friedrich Lang schrieb nur vier Worte auf: nulla dies sine linea. Gerne erinnere ich mich an diesen ruhigen, freundlichen und demütigen 2004 verstorbenen Neutestamentler in Tübingen. Aber was er da aufschrieb, klingt das nicht wie ein in der alltags-praktischen Arbeit unerreichbares Ideal? Waren die Scheine über bestandene Sprachprüfungen und das zweite Examen nicht genug? Warum sich später (mit eng getakteten Tages- und Wochenplänen) noch mit den Ursprachen beschäftigen? Reicht es nicht, wenn das die Exegeten tun? Es ist ja schließlich deren Handwerk. Die LeserInnen ihrer Kommentare profitieren dann ja davon. Aber - so frage ich – wie viele Kommentare stehen in der durchschnittlich ausgestatteten Pfarrbibliothek? Und inwieweit werden diese bei der Predigtvorbereitung oder theologischen Arbeit konsultiert? Ich müsste lügen, wenn ich behauptete, jeden Predigttext übersetzt zu haben. Aber ich denke gerne an viele Entdeckungen am Urtext, auch wenn man – das allerdings eher selten - im Kreise von Kollegen gemeinsam über einem Predigttext saß. Oft wurde eine grammatikalisch-exegetische Entdeckung dann auch Predigtinhalt.

Nicht nur, aber vor allem beim Predigen geht es ja elementar darum, treffende Worte zu finden und zu sagen. Theologen sind zwar keine Schriftsteller, aber auch für sie gelten folgende Worte Ingeborg Bachmanns: „Wir müssen wahre Sätze finden.“ Und: Wenn die Sprache eines Schriftstellers nicht standhält, hält auch, was er sagt, nicht stand.“ (gm)

Heinrich von Siebenthal
Griechische Grammatik zum Neuen Testament
Neubearbeitung und Erweiterung der Grammatik Hoffmann / von Siebenthal

832 Seiten, gebunden
17 x 24 cm
ISBN: 978-3-7655-9558-5
EAN: 9783765595585
1. Auflage
60,00 €

BRUNNEN Verlag

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