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Lörke/Walter-Jochum: Religion und Literatur im...

Religion und Literatur im 20. und 21. Jahrhundert

Carl Philipp Emanuel Bach, der berühmteste der Bachsöhne (+ 1788), sagte einmal zum Verhältnis von Musik und Religion: „Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen.“ Könnte es im Verhältnis von Religion und Literatur auch so oder ähnlich sein? Einige wenige, christlich geprägte AutorInnen verstanden und verstehen ihre Schriftstellerei vielleicht in diesem Sinne, die meisten wohl eher nicht. Ist Literatur also areligiös? Ein Teil der (germanistischen) Literaturwissenschaft stellt jegliche Verbindung zwischen Dichtung und Literatur mit religiösen Vorstellungen, Ideen oder deren säkularen Transformationen in Frage oder ignoriert solche. Dies ist die eine Strömung, die die beiden Herausgeber auf S. 10 an den Anfang ihrer einleitenden Worte stellen. Sie unterstützen jedoch die andere, gegenteilige Strömung. Und deshalb lautet der erste Satz auf S. 9 so: „Religiöse Fragestellungen, Themen, Denk- und Ausdrucksformen scheinen weltweit an der Schwelle des 21.Jahrhunderts eine Renaissance zu erleben.“ Und als Ziel dieses Bandes wird auf S. 10 angegeben, „einen Überblick über das weite Feld der Verhältnisse zwischen ´Religion´ und ´Literatur´ zu geben.

Dies ist den beiden jungen, 1975 und 1981 geborenen, Berliner Wissenschaftlern in ihrem neuen, umfangreichen und viel versprechenden Buch in hervorragender Weise gelungen. Mit 33 weiteren Beitragenden (die meisten in den 1980er Jahren geboren; S. 705-714 sind alle 35 Beitragenden gelistet) schreiten sie mit allgemeinen und (sehr) speziellen Beiträgen das weite Feld von Religion in der Literatur ab. Yvonne Nilges und ihr Aufsatz seien exemplarisch vorgestellt: Sie ist 1980 geboren, und sie schreibt S. 51-74 zu „Thomas Mann und die Religion“. Wie in Anm. 1 vermerkt, arbeitet sie an einem Forschungsprojekt zu Thomas Manns Theologie. In Teil III ihres Aufsatzes stellt sie S. 73 fest: „Thomas Manns Gottessuche ist eine verschlungene, existenzielle Orientierungssuche nach dem lebendigen Geist – wobei das Wort ´Geist´ in all seinen religiösen und profanen Lesarten zu beachten ist.“ Und am Ende zitiert sie zustimmend den Tübinger Systematiker Christoph Schwöbel: „Manns Gesamtwerk ´konfrontiert mit seiner literarischen Verarbeitung theologischer Themen die Theologie mit den kulturellen Folgen ihrer Tätigkeit.´“ (S. 74)

Wichtig anzumerken ist erstens, dass sich der Titelbegriff ´Literatur´ nicht im engen Sinne auf Romane, Erzählungen oder Lyrik bezieht. Er steht als Chiffre für jede Form von Auseinandersetzung mit Religiösem. Konsequenterweise widmen sich viele Beiträge den modernen Medien wie Filmen, digitalen Spielen und Ähnlichem. Und zweitens die Schlussbemerkung, dass man dieses dicke Buch gerne und mit viel Gewinn liest, es also seinen Preis wert ist. (gm)


Tim Lörke, Robert Walter-Jochum (Hg.)
Religion und Literatur im 20. und 21. Jahrhundert
Motive, Sprechweisen, Medien

1. Auflage 2015
714 Seiten mit 18 Abbildungen gebunden
ISBN 978-3-8471-0375-2
89,99 €

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Ruhstorfer, K.: Freiheit - Würde - Glauben Krätzl/Fenzl: Die Kirche in der Welt von heute