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Buß- und Bettag

Zum Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag erinnert mich daran, dass es dem Leben gut tut, innezuhalten, nachzudenken und zu erkennen, dass es nie zu spät ist, umzukehren und neu zu beginnen.


Obwohl der Buß- und Bettag als staatlicher Feiertag bei uns abgeschafft wurde, bleibt er doch ein wichtiger kirchlicher Feiertag. Er fällt regelmäßig auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag der christlichen Zeitrechnung. Dabei wurde er ursprünglich mal nicht von der Kirche "erfunden", sondern vom Staat. Wir Menschen müssen einfach von Zeit zu Zeit innehalten, um unser Leben zu überdenken und uns auch als Menschen vor Gott zu prüfen.

Historisch lassen sich die Buß- und Bettage Europas auf die Römische Religion zurückführen. In Krisenzeiten sollte eine besondere Sühne die Götter gnädig stimmen. Der erste evangelische Buß- und Bettag fand 1532 in Straßburg als Reaktion auf die Türkenkriege statt. Insgesamt kam es 16. und 17. Jahrhundert zu einer regelrechten Inflation von Buß- und Bettagen. Im Jahr 1878 gab es in den deutschen Ländern 47 Bußtage an 24 Terminen.

Ein einheitlicher Buß- und Bettag wurde erstmals 1852 von der Eisenacher Konferenz vorgeschlagen. Eingeführt wurde er von der Evangelischen Kirche in Deutschland schließlich 1934. Mit dem Erlass des Führers und Reichskanzlers über den Bußtag 1939 wurde er auf einen Sonntag verlegt und damit faktisch abgeschafft. Ab 1981 war er dann wieder in der ganzen Bundesrepublik Deutschland gesetzlicher Feiertag. Seit seiner Abschaffung im Jahr 1995, zugunsten der Finanzierung der Pflegeversicherung, ist er in Deutschland nur noch im Bundesland Sachsen gesetzlicher Feiertag.

Dabei führt uns das Wort "Buße" eher in die Irre. Denn eine Buße ist nach allgemeinem Sprachgebrauch eine Wiedergutmachung für begangenes Unrecht. Für Christen ist es aber vielmehr eine Haltung, eine innere Bereitschaft zur Veränderung und Umkehr. Da verbindet sich mit "Buße" viel stärker der Gedanke an Gnade, Hoffnung und Vergebung.

Im Gottesdienst, der jetzt häufig in den Abendstunden gefeiert wird, nimmt die gemeinsame Beichte einen größeren Raum ein als sonst. Die Beichte, im Protestantismus ohnehin eine Gemeinschaftsbeichte, betont weniger die Schuld des Einzelnen als vielmehr die Kollektivschuld. Wichtiger Unterschied zu den Gottesdiensten an anderen Tagen ist der Verzicht auf das freudige Halleluja. Die liturgische Farbe dieses Tages ist violett.

Nach evangelisch-christlichem Glauben meint Buße und Schuld jedoch nicht in Sack und Asche zu gehen, sondern Umkehr und Sinnesänderung: Buße ist anhaltende Selbstbesinnung. An vielen Orten nutzen die evangelischen Kirchen den Buß- und Bettag dazu, auf soziale Missstände hinzuweisen. Probleme der Bio-Medizin, Obdachlosigkeit, Kinderprostitution, Aids, die Situation von Flüchtlingen und andere sozial- und gesellschaftspolitische Themen bilden den Mittelpunkt der Predigten und Stellungnahmen evangelischer Pfarrer und Kirchengemeinden.

Erstmals Handreichung für ökumenischen Gottesdienst zum Buß- und Bettag

Aktion "Bus- und Bettag" der Internetplattform "Kirche im Aufbruch".

«www.busstag.de» ist eine Aktion der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Buß- und Bettag am 18. November 2009.

Folgendes Material stellt das Zentrum Verkündigung, Frankfurt, zum Download zur Verfügung:
- "Heute erkenne ich bruchstückhaft..." - Die Scherben und Brüche unseres Lebens von Pfarrerin Sabine Bäuerle
- "Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden tragen uns davon wie der Wind" von Pfarrerin Gabriele Scherle
- Da Gott mir vergeben hat, vergebe ich mir auch selbst - Beichte im Gottesdienst von Pfarrerin Ursula Trippel
- Meine engen Grenzen - Sündenbekenntnis von Pfarrerin Sabine Bäuerle

Buß- und Bettag 2016: Mittwoch, 16.11.2016
Buß- und Bettag 2017: Mittwoch, 22.11.2017
Buß- und Bettag 2018: Mittwoch, 21.11.2018
Buß- und Bettag 2019: Mittwoch, 20.11.2019
Buß- und Bettag 2020: Mittwoch, 18.11.2020

Zur Tradition von Buß- und Bettagen

im Alten Testament und im Judentum

Der Versöhnungstag (Jom Kippur) am 10. Tischri ist als einer der wichtigsten Bußtage des Judentums im Alten Testament ausführlich beschrieben: 'An diesem Tag entsühnt man euch, um euch zu reinigen. Vor dem Herrn werdet ihr von allen euren Sünden wieder rein. Dieser Tag ist für euch ein vollständiger Ruhetag, und ihr sollt euch Enthaltung auferlegen' (Lev 16, 30f.). An diesem Tag wurden der Tempel, die Priester und das Volk entsühnt; es war der feierlichste Gottesdienst des Jahres, vom Hohenpriester selbst zelebriert, der nur an diesem Tag das Allerheiligste des Tempels betreten durfte.

Wo der Bibeltext das Ritual in den Mittelpunkt stellt, betonen die Rabbinen nach Zerstörung des Tempels die innere Umkehr des Menschen: 'Wer sagt: Ich will sündigen und Buße tun, sündigen und Buße tun, wird keine Gelegenheit finden, Buße zu tun. (Wer sagt:) Ich will sündigen und der Versöhnungstag wird sühnen, da sühnt der Versöhnungstag nicht. Sünden zwischen Mensch und Gott sühnt der Versöhnungstag; (Sünden) zwischen dem Menschen und seinem Nächsten sühnt der Versöhnungstag erst, wenn einer seiner Nächsten besänftigt hat' (Mischna Joma 8,9). Somit wird erwartet, dass jeder Teilnehmer am Gottesdienst sich zuvor mit jedem, den er beleidigt oder mit dem er einen Streit gehabt hat, um Frieden bemüht.

Der Jom Kippur ist nicht nur ein Fastentag. Nach Auffassung der Rabbiner schließt die von der Bibel befohlene 'Enthaltung' auch den Verzicht auf Bad und ehelichen Verkehr, ja auch das Tragen von Lederschuhen ein. An diesem Tag, den man zum größten Teil in der Synagoge mit dem Gottesdienst verbringt, sind der Vorhang vor dem Toraschrein und die Decke auf dem Lesepult weiß; in vielen Gemeinden tragen auch die Betenden, zumindest jedoch der Vorbeter, den weißen 'Kitel', der auch das Sterbekleid sein wird. ... >>>

Michael Wermke

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