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Halloween, 31.10.

Das Wort Halloween ist eigentlich eine Verballhornung von "Allerheiligen" - "all hallow souls" oder "all hallow eve" - "Vorabend von Allerheiligen". 

 

Falsch ist die weit verbreitete Erklärung: Der Halloween-Brauch stammt ursprünglich aus dem keltischen Raum: In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November verabschiedeten sich die Druiden vom Sommer - der Jahreszeit der Göttin - und feierten die Herrschaft des Todesfürsten "Samhain", der während des Winters regiert. Im keltischen Kalender symbolisiert dieser Tag den Jahreswechsel.
Obwohl dieser Brauch noch aus den Zeiten vor Christus stammt, wurde er auch noch bis in die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung exzessiv zelebriert. Da in dieser Nacht nach keltischem Glauben das Leben (der Sommer) die Herrschaft für ein halbes Jahr an den Tod (den Winter) abgibt, glaubte man, dass es ein besonders günstiger Moment wäre, damit sich die Toten unter die Lebenden mischen können. Man glaubte, dass sich die Toten sich für ein Jahr lang den Körper eines Lebenden suchen. Daher wurden Ihnen Opfer gebracht, damit sie nicht den eigenen Körper auswählten.

 

Richtig ist: Es gibt nicht einen historischen oder archäologischen Hinweis auf irgendeinen keltischen Totengott oder Ritual namens "Samhain." Bekannt sind die Namen von ungefähr 350 keltischen Gottheiten. Ein "Sam Hain" gehört nicht dazu.

Auch in keltischen Wörterbüchern ist kein "Samhain" erwähnt. Laut McBain's Etymological Dictionary of the Gaelic Language bedeutet "samhuinn" (so die schottisch-gaelische Schreibweise) "Hallow-tide" (holiday), gemeint ist "summer's end". 

 

Siehe dazu:

http://www.ceantar.org/Dicts/MB2/mb32.html#samhuinn

 

Siehe auch: http://www.ceantar.org/Dicts/MF2/mf10.html#MF.S : samhainn nf. g. samhna, Hallowtide

 

Das Concise Oxford Dictionary of Word Origins bestimmt ganz eindeutig:

'hallow 1 saint. OE halga, sb. use of definite form of halig HOLY; obs. exc. as in ALL HALLOWS, (Sc.) Hallowe'en (XVIII), (hist.) Hallowmas (XIV; see MASS). 2 make or regard as holy, consecrate, bless. OE halgian = OS.
helagon, OHG. heilagon (G. heiligen), ON. helga; Gmc. vb. f. *xailaz- HOLY.'

e'en, eve (der Vorabend eines Festes), evening (der Abschluß des Tages) leitet sich ab vom altenglischen 'eaffnung, f. aefnian grow towards night, f. aefen EVEN.

'even' wiederum ist verwandt mit dem deutschen 'Abend' (altenglisch: 'aefen', altsächsisch: 'aband', althochdeutsch: 'aband'.

Halloween war, ist und bleibt der Vorabend zu Allerheiligen - auch wenn gerne behauptet wird, dass Halloween auf ein älteres keltisches Totenfest, das mit dem irischen und schottischen Samhain, welches zugleich den Beginn des Winters markiert, verwandt ist (siehe oben "Falsche Erklärung"). In alten angelsächsischen Texten wird der 1. November jedoch nirgendwo erwähnt. Bede notiert, dass der November 'Blod-monath', Blut Monat, genannt wurde, da im November überzähliges Vieh geschlachtet wurde, um Futter zu sparen und Opfer darzubringen. Er nennt aber kein spezielles Datum. Samhain, das so viel wie 'Ende des Sommers' bedeutet, ist der irische Name für den 1. Novemver, den Beginn des Winters. Es gibt in der Geschichte nicht einen einzigen Hinweis darauf, dass Halloween in vorchristlicher Zeit ein Totenfest gewesen ist, oder, dass heidnische Kulthandlungen an diesem Tage begangen worden wären.


Auch vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert findet sich keinerlei Hinweis darauf, dass Halloween in England als etwas anderes, als der Vorabend zu Allerheiligen angesehen wurde.

Halloween, All Hallows Eve, also der Abend auf Allerheiligen (Hallows = Heilige), ist der Vorabend eines bedeutenden katholischen Feiertages: Allerheiligen (All Saints). Auf Allerheiligen, eingeführt im 8. Jahrhundert, folgt seit 1000 Allerseelen, der Tag, an dem für die Verstorbenen gebetet
wird. Erst seit dem 19. Jahrhundert und, verstärkt, seit dem 20. Jahrhundert hat sich Halloween den Ruf erworben, eine Nacht zu sein, in der Geister, Hexen und Feen besonders aktiv sind. So glaubte man, dass am Vorabend zu Allerheiligen die Trennwand zwischen der Welt der Toten und der Lebenden an diesem Abend besonders dünn ist und man daher besonders einfach mit den Toten in Kontakt treten kann. Um diesen Kontakt besonders einfach herstellen zu können, wurde gefeiert und den Toten allerlei Leckereien angeboten, auf dass sie gerne und für kurze Zeit auf die Erde zurück kehren sollten. So wollte man auch nach dem Tod von Verwandten den Kontakt zu ihnen aufrecht erhalten.
Es war ein großes Fest, mit Lagerfeuer und Festmahl. Aufgrund des Jahreswechsels wurde meditiert und Voraussagungen für das nächste Jahr gemacht: Es ging um Krieg, Frieden, Politik, Ernten und Krankheiten. Den Göttern wurden Opfer dargebracht, um sie möglichst gnädig zu stimmen.

 

Die Iren haben diesen Brauch etwas abgewandelt. Sie haben sich in dieser Nacht möglichst schrecklich angezogen und verkleidet, damit die Toten und Geister an Ihnen vorbeigehen und sie nicht als Lebende erkennen. Die Masken und Verkleidungen dienten zur Abschreckung.

Um die bösen Geister in dieser Nacht zu vergraulen, zogen die Menschen gruselige Kostüme an und zündeten Jack-O-Lantern, den ausgehöhlten Kürbiskopf, an oder machten riesige Feuer.

 

Mit dem Spruch "Trick or treat", "Streich oder Gabe",  gehen in den USA Kinder, als Geister verkleidet mit dem grimmig aussehenden Kürbis, der ausgehöhlt und durch eine Kerze erleuchtet ist, von Haus zu Haus und erhalten von den Bewohnern Süßigkeiten als Geschenk. In Amerika wurde Halloween schon immer gefeiert, aber in den letzten Jahren nimmt der Gruselrausch immer größere Dimensionen an. In jüngster Zeit wird Halloween in Europa immer mehr Kult.

 

Im 16. Jahrhundert entstand der eigentliche Name Halloween. Die protestantische Kirche führte den Namen All Hallowed Evening ein. Halloween ist eines der ganz wenigen Feste, deren Popularität in den letzten Jahren nicht ab-, sondern zugenommen hat.

 

 

Wir danken Rainer Beel für seine informativen Hinweise!

 

Weitere Informationen zu Halloween

Kann ich als Christ Halloween feiern?

... Die Frage, ob Halloween von Christen gefeiert werden kann oder nicht, ist eher eine Frage der Art, wie Paulus sie stellt (Röm 14): Kann ich als Christ Fleisch essen, das aus den Tempelopfern stammt, wenn es mir von meinem Gastgeber angeboten wird oder wenn ich es auf dem Markt einkaufe? Paulus beantwortet bekanntlich, dass man als Christ alle Freiheiten habe, solches Fleisch zu essen, dass diese Freiheit nur durch die Liebe eingeschränkt sei - z. B. durch die Liebe zu den Mitchristen, die Bedenken haben.

Ob ich Halloween also feiere, ist eine Frage der Verantwortung gegenüber den beteiligten Menschen, Kindern wie Erwachsenen. Ist es ein fantasievolles Spiel oder ist es ein Anlass, dümmliche Gruseleffekte zu inszenieren, die den Kindern Angst machen? Ist es nur wieder neuer Kommerz oder ist es ein fröhliches, kreatives Fest?

Entscheiden Sie selbst! Das ist gute protestantische Tradition und wird der Tatsache gerecht, dass Halloween erst in seinem jeweiligen situativen Kontext sein wenn überhaupt religiöses Gepräge bekommt.


Pfarrer Andrew Schäfer, Referat Sektenfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland
aus: www.reformationstag.de

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Gibt es den Weihnachtsmann? Heilig Nacht, Heilig Abend ... oder Christmas