Ökumene-Splitter
Friedrich & Marx demonstrieren Einigkeit
In Sachen Ökumene haben der bayerische evangelische Landesbischof, Johannes Friedrich, und der katholische Erzbischof des Bistums München und Freising, Reinhard Marx, im oberbayerischen Markt Schwaben Einigkeit demonstriert.
Die Konfessionen dürften nicht "durch unnötige Profilierung den Blick auf das Gemeinsame verstellen", sagte Friedrich vor rund 300 Zuhörern bei einer kommunalen Veranstaltung. Denn Katholiken und Protestanten seien durch den Glauben an Gott, die Bibel und das Taufverständnis verbunden. Das gemeinsame Abendmahl sei, so Friedrich, "nicht das Wichtigste."
Beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 gab es erstmals - außerhalb des offiziellen Programms - eine gemeinsame Eucharistiefeier von Katholiken und Protestanten. Daraufhin wurden zwei katholische Priester suspendiert worden.
Der Münchener Erzbischof Marx warnte davor, beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München "das Haar in der Suppe zu suchen". Die Botschaft des Kirchentages müsse hingegen sein, "dass sich die Kirchen nicht gegenseitig ein Bein stellen, sondern etwas gemeinsam machen." Die gewünschte Einheit der Kirche dürfe nicht mit Uniformität gleichgesetzt werden. "Die Gesellschaft und auch die Kirche muss Unterschiede in Zukunft als Reichtum betrachten", sagte Marx weiter.
Quelle: EPD (21.02.2010)
http://www.epd.de/bayern/bayern_index_72150.html
Anmerkung von theology.de:
So sollte dieser "Reichtum" auch mit gegenseitigem Respekt behandelt werden und beide Seiten bereichern. Daher freue ich mich, wenn z.B. auch ein Protestant Pate bei einem katholischen Täufling werden darf und gemeinsame Gottesdienste eine Selbstverständlichkeit werden. Mögen aus den freundlichen Worten kraftvolle Taten werden!
Der 2. Ökumenische Kirchentag wird vom 12. bis 16. Mai in München statt und trägt das Motto "Damit ihr Hoffnung habt".
Ökumene: Käßmann erwartet 'nichts' vom Papst
Die EKD-Ratsvorsitzende, Margot Käßmann (Hannover), erwartet von Papst Benedikt XVI. in der Ökumene „nichts“. „Wenn etwas zu erwarten gewesen wäre, hätte sich das bis jetzt gezeigt“, sagte Käßmann bei einer Veranstaltung am 17. Januar im Deutschen Theater in Berlin.
Die 51-jährige Käßmann wünsche sich schon, es noch zu erleben, mit einem katholischen Bischof Abendmahl zu feiern. Aber sie respektiere, dass es zur Zeit keine Abendmahlsgemeinschaft gebe, sagte sie unter Verweis auf Unterschiede beider Kirchen im theologischen Grundverständnis. Sie wünsche sich auch, dass diese Frage beim Zweiten Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) im Mai 2010 in München zum Thema werde. Die Kirchen, so Käßmann weiter, sollten zu „versöhnter Verschiedenheit“ und damit auch zur Mahlgemeinschaft kommen.
Kritik äußerte Käßmann auch an der öffentlichen Darstellung des Sterbens von Benedikts Amtsvorgänger, Papst Johannes Paul II. (1920-2005). Das Sterben sei ein intimer und zarter Prozess und gehöre nicht in die Öffentlichkeit, so Käßmann. Sie hätte bei der Geburt ihrer vier Töchter auch keine Kamera dabei haben wollen.
Quellen: Berlin (kath.net/idea) (Januar 2010)
Zollitsch will mit Käßmann Ökumene voranbringen
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat Margot Käßmann zur Wahl als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gratuliert. Er lud die hannoversche Landesbischöfin ein, weiter an der Zukunft der Ökumene zu arbeiten. "Unser Weg als Christen ist ein Weg der Ökumene", schrieb Zollitsch am Mittwoch in einem Brief an Käßmann. Dabei sei es wichtig, "sich nicht nur das noch nicht Erreichte vor Augen zu führen, sondern ganz besonders auch die schon erlangten Gemeinsamkeiten".
Laut Zollitsch sollte der Weg der Ökumene "gemeinsam und auf Augenhöhe" gegangen werden: "Das erwarten die Christen in Deutschland von uns."
Quelle: epd (28.10.2009)
Hans Küng attackiert Papst wegen Anglikaner
Als "Tragödie" und "unökumenische Piraterie" hat der Theologe Hans Küng die neue Initiative des Vatikan gegenüber konversionswilligen Anglikanern bezeichnet. "Dieser Papst fischt in rechten Gewässern", schreibt der Geistliche in einem Beitrag der Tageszeitung "La Repubblica" vom Mittwoch, 28. Oktober. Papst Benedikt XVI. wolle die schrumpfende Schar der römischen Katholiken mit anglikanischen Sympathisanten auffüllen. Gegner der Frauenordination sowie der Weihe homosexueller Geistlicher und Bischöfe könnten innerhalb der katholischen Kirche eigene Sonderdiözesen bilden und Teile ihrer Liturgie und Tradition bewahren.
Quelle: http://www.kipa-apic.ch/index.php?pw=&na=0,0,0,0,d&ki=200576
(28.10.2009)
