Textversion
Kirche Theologie Schriften Religionen Themen Downloads Service Skurriles Suchen
Startseite Themen

Themen


Sitemap NEWSletter LINK-Hinweis Disclaimer Datenschutzerklärung Impressum Kontakt Über uns

Sakrileg: Der „Heilige Gral“

Dan Brown, Sakrileg - The Da Vinci Code
Zu Fakten und Fiktionen eines Thrillers

Der „Heilige Gral“

Viele Legenden ranken sich um den „Heiligen Gral“. Sie tauchen erstmals im späten 12. Jahrhundert in mittelalterlichen Erzählungen im Umkreis der Artussage auf. Seine Vorstellung vom Heiligen Gral hat Dan Brown bei den BBC-Reportern Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh geholt. Sie interpretierten in ihrem populärwissenschaftlichen Buch von 1982 „Der heilige Gral und seine Erben“ das französische „San Greal“ als bewusst verschlüsseltes „Sang real“, also als „königliches Blut“. Bereits im Begriff sehen sie einen Hinweis auf Jesus Christus bzw. seine Nachkommenschaft, die aus der Beziehung von Jesus und Maria Magdalena stammen soll. Diese „Idee“ hat Michael Baigent in seinem neuen Buch „Die Gottesmacher. Die Wahrheit über JESUS VON NAZARETH und das geheime Erbe der Kirche“, das im April 2006 erschienen ist, wiederum aufgenommen und weiterentwickelt.

Dan Brown greift diese Vorstellungen auf und behauptet, Leonardo da Vinci zeige in seinem Gemälde „Das letzte Abendmahl“ diese Wahrheit: Die Person rechts von Jesus sei Maria Magdalena. Zwischen den beiden wird ein mit der Spitze nach unten zeigendes Dreieck angedeutet. Dies sei sowohl das Symbol für den weiblichen Mutterschoß als auch für das göttlich Weibliche. Die komplementären Farben der Kleidung würden sich ergänzen sich wie das Männliche und das Weibliche. Außerdem fehle der Kelch auf dem Bild, weil Maria Magdalena der Heilige Gral sei! So habe Leonardo da Vinci „codiert“ dieses Geheimnis der Nachwelt mitgeteilt, - daher der englische Originaltitel „The Da Vinci Code“.

Dan Brown wirft im „Sakrileg“ dem Vatikan vor, dass er diese Tatsache wisse und bis heute verschweige, da sie das bekannte Jesus-Bild auf den Kopf stellen würde. Leonardo da Vinci soll diese Tatsachen gekannt und in seinem Gemälde verewigt haben: Jesus hat Maria Magdalena als seine Ehefrau an seiner Seite.


Zu den wirklichen „Fakten und Tatsachen“

Es stellt sich aber die Frage, wenn diese Person auf dem Gemälde Maria Magdalena sein sollte, wo war dann der Jünger Johannes? Wein holen? Wohl nicht. Nach Aussagen der Evangelien und auch außerbiblischer Schriften ist ausschließlich von Jesus und seinen Jüngern die Rede, - es gibt keinen einzigen Hinweis, dass andere Personen, insbesondere Maria Magdalena, dabei gewesen sein sollten.

Leicht gemacht wird die Spekulation, da das berühmte Gemälde im Laufe der Jahrhunderte häufig restauriert werden musste und dabei übermalt wurde. Wohl weißt die Johannes-Figur feminine Züge auf, aber das ist auch in anderen da Vinci Gemälden so. Auch die Notizbücher da Vincis geben keinen Hinweis darauf, dass Johannes nicht Johannes sei, - Maria wird überhaupt nicht erwähnt.

Auch in weiteren Unterlagen und Gemälden gibt es keinen Hinweis von da Vinci, dass Maria Magdalena und Jesus ein Paar gewesen sein sollte, geschweige denn ein gemeinsames Kind gehabt hätten. >>>

Überblick

Druckbare Version

Barmer Theologische Erklärung Gottesdienst und Gemeinde im Internet?