Textversion
Kirche Theologie Schriften Religionen Themen Downloads Service Skurriles Suchen
Startseite Themen

Themen


Sitemap NEWSletter LINK-Hinweis Disclaimer Datenschutzerklärung Impressum Kontakt Über uns

Sakrileg: Mythos Maria Magdalena

Dan Brown, Sakrileg - The Da Vinci Code
Zu Fakten und Fiktionen eines Thrillers

Mythos Maria Magdalena

Woher kommt dann diese Idee, Jesus und Maria Magdalena wären verheiratet gewesen. Dan Brown beruft sich hier auf das apokryphe (außerbiblische) „Evangelium nach Philippus“. Dort sei Maria Magdalena „die Gefährtin“ Jesu gewesen. Er habe sie mehr als alle anderen geliebt und auf den Mund geküsst. Jesus wollte, dass die Kirche nach seinem Tod in ihre Hände übergehe. Doch als Jesus sie ins Apostelkollegium einführen wollte, hätte Petrus protestiert – so das Thomasevangelium - und gesagt: „Maria muss uns verlassen, denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig.“ Daher hätten die Apostel nach Jesu Tod Maria vertrieben und sich der Kirche bemächtigt. Maria Magdalena sei nach dessen Kreuzestod gemeinsam mit Josef von Arimathäa ins heutige Frankreich geflohen. Dabei sei sie von Jesus schwanger gewesen. So hätte sich eine königliche Nachkommenschaft entwickelt, deren Mitglieder, in denen Jesu Blut fließe, heute noch lebten, sich aber vor der Kirche verstecken müssten.

Zu den wirklichen „Fakten und Tatsachen“

Damit überstrapaziert Dan Brown seine eigenen Quellen. Seine Behauptungen gehen weit über den Informationsgehalt der zitierten Schriften hinaus. Kein Evangelium, auch kein apokryphes, weiß etwas von deren Ehe, geschweige denn von deren Nachkommen!

Das zitierte Philippusevangelium stammt von der gnostischen Valentinianer-Sekte. Es wurde erst Ende des 2. oder im 3. Jahrhundert verfasst und vertritt eine grundsätzliche Verachtung der Welt, insbesondere jegliche geschlechtliche Vereinigung und Fortpflanzung. Daher möchte dieser Text gewiss nicht andeuten, dass Jesus mit Maria Magdalena ein intimes Verhältnis oder gar Kinder gehabt hätte. Zudem muss man wissen, dass der Kuss auf den Mund in jener Zeit und Kultur eine übliche Begrüßungsform und Bezeugung enger geistlicher (!) Gemeinschaft war. Im Philippusevangelium kommt der Kuss auf den Mund immer wieder vor, - auch zwischen Männern.

Ebenfalls beim Thomasevangelium ist zum richtigen Verständnis der Kontext entscheidend: Nachdem Petrus in der Tat Maria Magdalena zurückgewiesen hatte, weil sie eine Frau sei, antwortete ihm Jesus: „Fürchte dich nicht, ich werde aus ihr einen Mann machen, damit sie ein lebendiger Geist wird wie ihr Männer. Denn jede Frau, die sich zum Mann macht, wird ins Himmelreich eingehen.“ Wie auch immer man diese Stelle deuten möchte, aber sie belegt weder eine besondere Wertschätzung des Weiblichen, noch eine Liebe zu Maria Magdalena, geschweige denn eine Anspielung auf eine Nachkommenschaft. >>>

Überblick

Druckbare Version

Sakrileg: Der „Heilige Gral“ Sakrileg: Die „Blutlinie Jesu“