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Sloterdijk, P.: Nach Gott

Am Beginn des Aphorismus 125 seines dritten Buches Die fröhliche Wissenschaft verkündete Nietzsche mit folgenden Worten den Tod Gottes: „Wohin ist Gott? … ich will es euch sagen! Wir haben ihn getödtet, – ihr und ich! Wir Alle sind seine Mörder!“ Diese ursprünglich philosophisch und theologisch gemeinte Aussage versteht der Ende Juni 70 Jahre alt gewordene Karlsruher Philosoph auch in politischer, kultureller und wissenschaftlich-technischer Hinsicht. Deshalb dieser knappe Titel seines neuesten Buches.

Der Titel ist allerdings mehr als sehr allgemeine Überschrift zu verstehen. Nicht alle der zwölf in diesem Buch versammelten Beiträge (Vortragsmanuskripte und andernorts abgedruckte Buchbeiträge) ranken sich in gleicher Konzentration um die Gottesfrage. Zu diesem allgemeinen Leseeindruck treten die folgenden drei Bemerkungen, am Ende dann zwei mehr wertende und zusammenfassende:

- Im Luther-Reformations-Gedenkjahr 2017 liest man vielleicht zuerst und aufmerksamer den im Mai 2017 in Berlin gehaltenen Vortrag „Ist die Welt bejahbar? Über den Wandel der Grundstimmung in der Religiosität der Moderne mit überwiegender Rücksicht auf Martin Luther (S. 31-66).

- Mit „Regeln für den Menschenpark“ (1999) korrespondiert der Beitrag „Menschenverbesserung“ (S. 210-228). Letzterer ist jedoch viel milder gestimmt.

- In zwei Beiträgen geht es um den (a) mystischen und (b) absoluten und kategorischen Imperativ. Am Ende von (b) formuliert Sloterdijk: „Handle so, daß durch die Folgen deines Handelns die Entstehung eines globalen Solidarsystems gefördert oder zumindest nicht behindert wird. Handle so, daß die bisher übliche Praxis der Plünderung und der Externalisierung durch ein Ethos der globalen Protektion ersetzt werden kann.“ (S. 307)

Abschließend zwei mir wichtige, miteinander zusammen hängende Punkte:
Einerseits ist man fasziniert von der Weite des Sloterdijk´schen Denkens. Es reicht von den altägyptischen Hochkulturen, dem Buddhismus, übers Christentum, Apokalyptik und Gnosis (dazu S. 67-107; leider ohne Quellenangaben und ohne wichtige philosophische und theologische Literatur), über Augustinus, bis ins Mittelalter, die Neuzeit und Moderne sowieso. Andererseits outet sich Sloterdijk als „religiös unmusikalisch“ (zu dieser Weber´schen Formulierung vgl. S. 275), in folgender Äußerung zu Mt 1,20 direkt ironisch, fast sarkastisch: „Joseph wandelt sich zum ersten Gläubigen, indem er demonstriert, wie man keine weiteren Fragen stellt.“ (S. 179 umgest.) (gm)


Peter Sloterdijk
Nach Gott
Glaubens- und Unglaubensversuche

Gebunden, 364 Seiten
ISBN: 978-3-518-42632-6
D: 28,00 € A: 28,80 € CH: 38,50 sFr

Suhrkamp-Verlag

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Steffenky, F.: Orte des Glaubens Fischer/Krohne: Angst und Furcht