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NEWSletter 10/2010

Rundbrief an die Interessierten, Fans und Freunde von theology.de
ISSN 1611-0269   -    Ausgabe: 10/2010    -    Empfänger: 9.672

INHALT

 


ANGEDACHT: Neues vom „Himmlischen Stammtisch“

Die Oktoberfestzeit ist auch die Zeit, an der sich alle gerne um den „Himmlischen Stammtisch“ in der Kneipe „Zum flüssigen Manna“ in der Milch- und Honigstraße versammeln. Alle waren guter Stimmung, nur Martin Luther saß grübelnd da und kratzte sich brummend am Kopf. „Was ist los?“, fragte ihn Gott Vater. „Ach, ich suche meinen alten Hammer und finde ihn nicht!“ „Wozu brauchst Du einen Hammer?“, wollte Gott Vater wissen. „Ach, Du weißt doch, der 31. Oktober naht und so wie es aussieht, muss ich wieder ein paar Thesen formulieren und an Kirchentüren hämmern, damit die Leute endlich aufwachen.“
„Hm, ich erinnere mich, damals wurden Deine Thesen heiß diskutiert“, pflichteten Mohammed und Abraham bei. Nur Buddha hielt nicht viel von aufgeregten Disputen, er war mehr der ruhigere Typ und nippte an seinem Tee; deswegen wurde er auch zuweilen gehänselt.
„Ja, ich versucht den Menschen zu erklären, dass man sich nicht das Himmelreich kaufen kann.“
„Stimmt!“, sagte Gott Vater süffisant nickend; „denn bei mir kam auch kein Geld an, - was sollte ich außerdem mit Geld? Mit Geld kann ich hier doch wirklich nichts anfangen, war das den Menschen denn nicht klar? Das Geld hat mein Bodenpersonal damals insbesondere in römische Immobilien investiert.“
„Das war damals ganz professionell aufgezogen, wie in einem modernen Strukturvertrieb“, erklärte Johann Tetzel, der sich vorsichtig dem Stammtisch näherte, da er wusste, dass ihm Martin immer noch grollte. Daher setzte er sich vorsichtig an das andere Tischende. „Einer meiner besten Slogan war damals: ‚Wenn das Geld im Sammelkasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt!’ Dann habe ich ein Teil des Geldes behalten, ein Teil ging an meinen Fürsten, ein Teil bekam der Papst im Rom zum Bau des Petersdoms.“
„Der Ablassprediger Tetzel, ja, Du warst sehr fleißig und hast mit der Angst der Menschen Geschäfte gemacht!“
„Ja, - und ich und die Seelen hatten davon wirklich nichts!“, knurrte Gott Vater, „meine Gnade, mein Wohlwollen, kann man sich nicht kaufen, die bekommt man geschenkt. Gottvertrauen kann doch so einfach sein!“ Darauf nahm er einen kräftigen Schluck von seinem himmlischen Weißbier „Salvatorissimus“.
„Ja, aber doch auch heute, wird mit der Angst der Menschen Geschäfte gemacht“, rechtfertige sich Tetzel. Das fängt bei der Angst um Hof und Gut an, also Schlösser und Überwachungssysteme werden teuer verkauft, geht weiter über Lebensversicherungen und hört bei der Angst um Terrorgewalt auf, die viele Bürgerrechte kosteten. Verglichen damit war ich damals wirklich noch harmlos.“
„Ja, - Deine heutigen Nachahmer sind nicht ohne, die haben dazugelernt“, knurrte Martin „leider hat sich nicht viel geändert. Sogar den Ablass gibt es immer noch, - da wird sogar heute behauptet, dass man durch Urbi et Orbi-Schauen im Fernsehen und sogar im Internet Ablass bekäme, - via Youtube gibt es also Dauerablass!“
„Wo werden schon wieder mit mir Geschäfte gemacht?“, wollt Gott Vater wissen, der sich für die modernen Techniken nicht so interessierte, das war mehr der Bereich für Gott Sohn, - und für die wirklich guten inspirierenden Dinge war Gott Heiliger Geist zuständig.
„Und was willst Du noch ändern?“, wollte der alte Stammvater Abraham wissen, den so leicht nichts aus der Ruhe brachte.
„Am liebsten würde ich den Hammer anschließend nehmen und diese komischen Luther-Zwerge zerschlagen. Zu Lebzeiten wollte ich kein Standbild von mir, da einem ja nur die Tauben auf den Kopf scheißen! Und nun machen sie gleich Hunderte bunte Zwerge in Wittenberg. Lass diesen sogenannten Künstler und all die Verantwortlichen nur mal in den Himmel kommen, dann geige ich denen meine Meinung mit meinem alten Hammer. Die meinen, die können sich über mich lustig machen und mich als Zwerg darstellen, die soll doch …“
„Nicht aufregen!“, meinte Buddha, „Du solltest öfters meditieren! Ommm .“
„Du hast gut reden, - Dich stellen sie ja immer groß und großartig da. Was wäre wohl auf Erden los, wenn sie ein paar Hundert Papst-Knirpse auf den Petersplatz stellen würden oder ein paar Mohammed-Zwerge rund um die Kaaba?!“
„Das würde sich bei uns keiner trauen!“, meinte Mohammed grinsend, „in Rom würden diese Zwerge sogleich von der Schweizer Garde verhaftet werden!“
„Und den Pflichtzölibat können sie auch gleich abschaffen, - wer will und Angst vor der Schwiegermutter hat, kann ja zölibatär leben, aber man darf die Menschen nicht dazu zwingen!“
„Ja!“, pflichteten ihm Abraham und Mohammed bei, „so etwas hatten wir nie!“
„Wir hatten nicht einmal die Pflicht, nur 1 Frau zu heiraten“, feixte Mohammed. Da warfen ihm Maria und Chadidscha, die am Nachtisch ihren Frauenstammtisch hatten, erstaunte Blicke zu und murmelten: „