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Vor 500 Jahren setzten sich Erasmus von Rotterdam 1524 und 1525 Martin Luther mit den Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Willensvermögens auseinander. Ihre Titel sind vielsagend: "De libero arbitrio" (Erasmus) und Luther das glatte Gegenteil: „...Vom unfreien Willen“. Wie sie über dieses höchst brisante Thema debattiert haben, gehört mit zu den spannendsten und theologisch dichtesten Momenten der Reformationsgeschichte.
Im dritten Teil dieses neuen zwar nicht billigen, jedoch sehr vielfältigen und aktuellen Buches geht es um die „Willensfreiheit im reformatorischen Diskurs“, davor um die exegetische und dogmatische Vorgeschichte, danach um konfessionelle und religiöse Verästelungen. Mit am spannendsten fand ich die beiden letzten Teile (theologische und nichttheologische Herausforderungen sowie acht Lösungsversuche.
Für die Vielfalt der Denkansätze und -wege bürgen sage und schreibe 27 Autor*innen, leider jedoch – wenn ich recht zählte – nur drei Frauen.
Ein kleines Minus ist für mich das Fehlen jeglicher Indices, das riesengroße Plus sind die vielen neuesten Forschungsergebnisse und die breite Darlegung der Frage, was der menschliche Wille vermag oder nicht: von der Antike bis in die Gegenwart, von allen Facetten der Theologie bis hin zur Philosophie, von der Religion bis zu den Rechts- und Neurowissenschaften. Denn das Thema selbst gehört ja nicht nur in das 16. Jahrhundert. (gm)
Athina Lexutt / Volkmar Ortmann
Reittier oder Schiedsrichter?
Die 'Willensfreiheit' im interdisziplinären Gespräch
2025
kartoniert
474 S.
78,-- €
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