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Mit Theorien des konfessionellen Gegensatzes. Konstruktionen und Essentialisierungen in der neueren Theologiegeschichte liegt ein Band vor, der sich einem ebenso klassischen wie hochaktuellen Thema widmet: der Frage, wie konfessionelle Differenz theologisch gedeutet, zugespitzt und mitunter auch verfestigt worden ist. Schon der Titel macht deutlich, dass hier nicht einfach Gegensätze nacherzählt werden, sondern deren gedankliche Konstruktionen und Essentialisierungen kritisch in den Blick kommen. Gerade darin liegt die besondere Stärke dieses Sammelbandes.
Kirchlich und ökumenisch ist ein solcher Ansatz von großer Bedeutung. Denn konfessionelle Gegensätze gehören zwar zur Geschichte der Kirchen, doch ihre Deutungsmuster sind nicht zeitlos gegeben. Sie werden theologisch geformt, historisch zugespitzt und in bestimmten Kontexten weitergetragen. Wenn der Band genau diese Prozesse untersucht, leistet er mehr als historische Rückschau: Er fördert ein differenziertes Verständnis dafür, wie konfessionelle Identitäten entstehen und wie sie sich auch verändern lassen. Das macht das Buch besonders anschlussfähig für gegenwärtige ökumenische Gespräche.
Bemerkenswert ist zudem der Rahmen der Veröffentlichung. Dass der Band in der Reihe Konfessionskundliche und ökumenische Studien des Johann-Adam-Möhler-Instituts erscheint, unterstreicht seinen wissenschaftlichen und ökumenischen Anspruch. Gerade diese Verortung lässt erwarten, dass hier historische Präzision und systematische Reflexion zusammenkommen. Für Leserinnen und Leser, die sich intensiver mit Konfessionskunde, neuerer Theologiegeschichte und ökumenischer Hermeneutik beschäftigen, dürfte der Band deshalb eine lohnende und weiterführende Lektüre sein.
Der Band dürfte besonders dort hilfreich sein, wo konfessionelle Unterschiede weder nivelliert noch unnötig verschärft werden sollen. Er scheint dazu einzuladen, die Geschichte theologischer Abgrenzungen genauer zu verstehen, um heutige Verständigungsprozesse sachgemäßer zu führen. Darin liegt sein kirchlicher Wert: Er trägt dazu bei, dass ökumenische Annäherung nicht geschichtslos, aber auch nicht gefangen in alten Essentialisierungen geschieht. So ist diese Veröffentlichung als ein wichtiger Beitrag zu einer reflektierten ökumenischen Theologie zu würdigen.
Benjamin Dahlke / Klaus Unterburger / Christian Witt
Theorien des konfessionellen Gegensatzes
Konstruktionen und Essentialisierungen in der neueren Theologiegeschichte
328 Seiten
978-3-374-08057-1
38,00 €
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