Hardmeier, Roland: Die Bibel. Eine Reise durch die Weltgeschichte

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Hardmeier, Roland: Die Bibel. Eine Reise durch die Weltgeschichte

In 2025 erschien das konzentriert geschriebene und mit Informationen reich gefüllte relativ kleine Buch (es hat 182 S.) „Die Bibel als geselliges Buch heute lesen“ (Klaus Bäumlin). Jetzt dieses voluminöse Bibel-Buch (Homepage: www.roland-hardmeier.ch). Sagte Bäumlin – grammatikalisch angepasst - in seinem Epilog: „Ich vertraue dem Gott, der sich auf so vielstimmige Weise bezeugt, so macht Hardmeier ganz vorne, vor der Seitenzählung sein Bekenntnis zur Bibel so, dass er Jesaja 40,8 an dieser hervorgehobenen Stelle zitiert: „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort Gottes bleibt ewiglich.“ Und auf seiner homepage sagt er: Mein Lieblingsvers in der Bibel steht in Psalm 119,162: „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht.“ Auf den S. 263-289 behandelt er die Psalmen insgesamt; im Neuen Testament entsprechen dem am ehesten S. 644-650 (Jesus 1.0 bis Jesus 5.0 sind ein Abriss der Forschungen um Jesus) und Ausführungen zu den vier Evangelien (S. 418-458).

Dies sind nur vier erste, kleine Hinweise für Hardmeiers großes Ganzes. Er unternimmt nämlich den ehrgeizigen, aber interessanten Versuch, die Bibel mit ihrer/n Geschichte/n in sechs großen Kapiteln (Tora, Geschichte, Weisheit, Propheten, Evangelien, Briefe) in die weltgeschichtlichen Ereignisse einzuzeichnen. Sein zweimal geäußertes Fazit lautet: „Ohne die Bibel wäre die Welt nicht besser, sondern schlechter.“ (S. 16 und S. 248).

Diesem Fazit kann / muss zugestimmt werden. Natürlich kann man manches (etwas) anders sehen; zwei Beispiele: um Geschichte und die Bibel zu verstehen, braucht es möglichst präzise historische Kenntnisse. Dies ist auch ein Plädoyer für eine historisch begründete Theologie Dies führt Hardmeier mMn zu wenig aus. Zweitens ist mir das Geheimnis der Schriftwerdung zu wenig herausgearbeitet. Aber insgesamt – und das ist das wichtigste: Chapeau! Auch weil Hardmeier unterhaltsam schreibt und man ihn gerne liest.

Zum Thema Bibel erlaube man mir, noch folgendes zu teilen. In den Tagen, als ich Hardmeiers imposantes Bibel-Buch las, kam im Netz aufgrund einer Studie der ´Bible Access Initiative´ diese Meldung: „Für mehr als 500 Millionen Christinnen und Christen weltweit ist der Zugang zu einer Bibel eingeschränkt...Weltweit fehlen viele Millionen Bibeln...Der größte Mangel bestehe in der Demokratischen Republik Kongo, in Äthiopien, Nigeria und Indien – in jedem dieser Länder fehlten mehr als zehn Millionen Exemplare. Auch in Uganda, Tansania und China wird der Fehlbestand auf fünf bis zehn Millionen geschätzt.“ Ist es nicht himmelschreiend? Ganz abgesehen von unserem Tun, haben wir Bibeln ohne Ende, lesen sie aber gar nicht beziehungsweise zu oberflächlich. Und so viele andere Menschen haben nicht eine einzige Bibel beziehungsweise in manchen Ländern herrscht staatliche Kontrolle, gibt es religiöse Verfolgungen und Christ*innen erleiden gesellschaftliche Sanktionen. (gm)

Roland Hardmeier
Die Bibel. Eine Reise durch die Weltgeschichte

gebunden
701 S.
33,-- €

Fontis-Verlag Basel

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