Henze, Arnd: Mit Gott gegen die Demokratie

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Henze, Arnd: Mit Gott gegen die Demokratie

Vor dem Blick in dieses „so wichtige Buches zur genau richtigen Zeit“ (so der Publizist Georg Mascolo) zwei Annäherungen:

Weltreiche kamen und gingen. Verhält es sich nicht auch genau so mit demokratisch verfassten Staaten? Sind sie nicht genau so der Gefahr ausgesetzt, dass sie sich nicht halten können? Dass diese so gestellten Fragen mit „ja klar“ werden müssen, zeigt der Blick auf viele Staaten, schon länger zum Beispiel in Ungarn und seit der zweiten Amtszeit Donald Trumps sehr deutlich auch in den USA. Diese allgemeinen Aussagen spezifiziert der Autor en detail im Blick auf den christlich-religiösen Nationalismus.

Die meisten werden Arnd Henze noch nicht kennen. Deshalb die zweite Annäherung über ihn als Person. Er ist nämlich politischer Redakteur beim WDR und beschäftigt sich seit 35 Jahren mit internationalen Krisen und Konflikten. Von 2012 bis 2019 war er Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio. Er ist also ein ausgewiesener Fachmann, zudem studierter Theologe. Und er verbrachte einen Teil seiner Studienzeit in den USA. Also der rechte Mann für dieses heikle, wichtige Thema.

In fünfzehn Kapiteln beschreibt er das Wesen, die Geschichte und Gegenwart des christlichen Nationalismus, der im Bündnis mit der Macht des US-Präsidenten eine toxische, sehr unheilige Allianz von Macht und Religion eingeht, die Demokratie und den Rechtsstaat aushöhlt und radikalisiert, Staat und Gesellschaft in eine Theokratie umwandeln will. Kleine Beispiele sind der Ruf "Christ is King!" und die Gebete im Oval Office (siehe hier).

Namentlich nennt und beschreibt Henze außer Trump (sein Name taucht gleich im ersten Satz auf) als „All the President´s men“ Pete Hegseth, Russell Vought, Charlie Kirk, Stephen Miller und J.D. Vance. Beim Lesen fällt einem als sehr angenehm und hilfreich auf, dass diese fünf und alle anderen Namen in Fettdruck hervorgehoben sind. Positiv ungewohnt sind die zahlreichen QR-Codes zu weiterführenden audiovisuellen Quellen.

Am Ende seines preiswerten, sehr informativen Buches (mit zwei engbedruckten Seiten Literatur) zeigt Henze unter der Kapitelüberschrift „Noch ist nichts verloren“ zwei Szenarien mit jeweils zehn Argumenten pro und contra auf. Direkt und indirekt ruft Henze zum Widerstand auf. (gm)

Arnd Henze
Mit Gott gegen die Demokratie
Warum der christliche Nationalismus alle angeht

München 2026
gebunden
224 S.
20,-- €

Gütersloher Verlagshaus Gütersloher

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