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„Leidvolle Situationen vertragen keinen billigen Trost.“ Dieser Satz steht programmatisch über Lukas Niederbergers Buch Sinn findet uns, wo wir ihn nicht suchen. Niederberger – Philosoph, Theologe und langjähriger Begleiter von Menschen in Krisen – schreibt nicht aus der Distanz, sondern aus Erfahrung: als Seelsorger, Ritualbegleiter und als Mensch, der eigenes Leiden nicht verschweigt.
Der Grundgedanke ist ebenso einfach wie befreiend: Sinn ist nicht machbar. Wer im Schmerz „nach Sinn jagt“, wird oft enttäuscht. Doch gerade wenn wir aufhören, Leid vorschnell zu deuten, kann sich Sinn „wie ein Schmetterling“ unerwartet niederlassen. Niederberger bietet keine Erklärung des Leidens, sondern eine Hilfe zum Aushalten, zum neuen Sehen und zum behutsamen Weitergehen.
Theologisch ist das Buch gerade dort stark, wo es auf billige Antworten verzichtet. Es erinnert an eine biblische Weisheit, die Klage und Empörung zulässt (statt sie zu spiritualisieren) – und dennoch Raum lässt für Vertrauen, Reifung, Beziehung und einen Sinn, der uns findet, nicht den wir produzieren. Das Geleitwort des Psychiaters Daniel Hell unterstreicht diese Haltung ausdrücklich: Kein „Herbeireden“ von Sinn, aber eine Einladung, Leid aus ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten.
Ein kluges, warmes und seelsorgerlich verantwortetes Buch – besonders geeignet für Menschen in Krisen und für alle, die andere begleiten.
Niederberger, Lukas
Sinn findet uns, wo wir ihn nicht suchen
Wie Leid uns nicht überwältigt, sondern weiterbringt
ISBN 978-3-8436-1636-2
144 Seiten
19,00 €
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