PODCAST: Wenn der Algorithmus zum Seelsorger wird
Wenn der Algorithmus zum Seelsorger wird
Künstliche Intelligenz wird längst nicht mehr nur als Werkzeug genutzt, sondern zunehmend auch als Gesprächspartnerin für persönliche und existenzielle Fragen. Der RefLab-Beitrag stellt eine Zürcher Pilotstudie des Forschungsschwerpunkts „Digital Religion(s)“ vor. Befragt wurden rund 500 junge Erwachsene in der Schweiz. Das Ergebnis: Viele suchen bei KI nicht nur schnelle Informationen, sondern auch Orientierung, Rat und Begleitung bei Lebensfragen.
Im Podcast sprechen Prof. Thomas Schlag und Sina Horner darüber, was diese Entwicklung für Kirche, Seelsorge und unser Verständnis von Menschlichkeit bedeutet. Deutlich wird: Die religiöse Bindung an traditionelle Kirchen nimmt bei vielen Jüngeren ab, zugleich bleiben Sinnfragen, Trostbedürfnis und spirituelle Suche bestehen. KI tritt damit in Räume ein, die bisher stark von menschlicher Begegnung, Vertrauen und seelsorgerlicher Verantwortung geprägt waren.
Der Beitrag warnt nicht pauschal vor KI, fragt aber kritisch nach ihren Grenzen. Eine Maschine kann Antworten erzeugen, sie kann zugewandt wirken und religiöse Sprache verwenden. Doch echte Seelsorge braucht mehr als gute Formulierungen: Beziehung, Verantwortung, Urteilskraft und menschliche Gegenwart. Deshalb plädiert der Beitrag dafür, Menschen, die sich mit ihren Fragen an KI wenden, nicht vorschnell zu verurteilen, sondern ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und zugleich Medienkompetenz, kritisches Bewusstsein und geistliche Resilienz zu stärken.
Für theology.de ist der Podcast ein wichtiger Impuls zur Frage, wie Kirche im digitalen Zeitalter seelsorgerlich, theologisch verantwortet und menschlich ansprechbar bleibt.
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