Sicherheit und Resilienz, 2.-4. Oktober 2026

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Sicherheit und Resilienz

02. – 04. Oktober 2026

Ort: Tutzing

Veranstalterin: Evangelische Akademie Tutzing

Tagung über neue Bedrohungen, gesellschaftliche Widerstandskraft und seelische Stärke

Die Evangelische Akademie Tutzing lädt vom 2. bis 4. Oktober 2026 zur Tagung „Sicherheit und Resilienz“ ein. Im Schloss Tutzing am Starnberger See geht es um eine Frage, die Politik, Gesellschaft, Kirche und persönliche Lebensführung gleichermaßen betrifft: Wie bleiben Menschen und Institutionen handlungsfähig, wenn Krisen zunehmen, Bedrohungen komplexer werden und Gewissheiten brüchig erscheinen?

Ausgangspunkt der Tagung ist die veränderte sicherheitspolitische Lage. Spionage, Sabotage, Cyberattacken, Angriffe auf Infrastruktur, Behörden, Unternehmen, Flughäfen, Bahn und militärische Einrichtungen gehören nicht mehr nur zu theoretischen Szenarien. Die Tagung fragt daher, was sich seit der sogenannten Zeitenwende verändert hat, welche Schutzkonzepte heute tragen und wo Staat, Gesellschaft und Organisationen nachbessern müssen.

Dabei bleibt der Blick nicht auf militärische Sicherheit verengt. Die Evangelische Akademie Tutzing verbindet unterschiedliche Perspektiven: Bundeswehr, Cybersicherheit, Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe, Friedensethik, Gesundheitsversorgung, Forschung, Innovation, Bildung, Technologieabhängigkeit, digitale Souveränität und Ehrenamt. Gerade diese Breite macht die Tagung interessant. Sicherheit ist nicht nur eine Frage von Abwehr und Schutzschilden. Sie betrifft Vertrauen, Zusammenhalt, Verantwortungsbereitschaft und die Fähigkeit, in Krisen miteinander besonnen zu handeln.

Das Programm beginnt am Freitagabend mit einer Einführung durch Pfarrer Reiner Schübel, Studienleiter der Evangelischen Akademie Tutzing. Den Auftaktvortrag hält Prof. Dr. Dr.-Ing. Eva-Maria Kern, Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, zur Frage, was sich seit der Zeitenwende verändert hat. Am Samstag folgt unter anderem eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Sicherheit neu denken“ mit Stimmen aus Bundeswehr, Bevölkerungsschutz, Cybersicherheit und Friedensethik. Beteiligt sind unter anderem Oberst a.D. Reinhold Janke, Grit Tüngler, Präsidentin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Prof. Dr. Claudia Eckert, Präsidentin von acatech und Direktorin am Fraunhofer AISEC, sowie der Münchner Ethiker Prof. Dr. Reiner Anselm.

Ein weiterer Schwerpunkt fragt nach dem Beitrag junger Menschen zu einer lebenswerten Gesellschaft. Was bedeutet die neue Lage für junge Männer und Frauen? Welche Formen von Engagement sind nötig? Welche Unterstützung brauchen sie? Damit wird ein wichtiger Punkt berührt: Resilienz entsteht nicht allein durch technische Systeme und staatliche Vorsorge, sondern auch durch Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Am Samstagnachmittag vertiefen Workshops zentrale Zukunftsfragen. Es geht um stabile Versorgung im Gesundheitssektor, Forschung, Innovation und Bildung, Technologieabhängigkeit und digitale Souveränität sowie um Bevölkerungsschutz und Ehrenamt. Diese Themen zeigen, wie eng Sicherheit, Gemeinwohl und praktische Vorsorge zusammengehören. Eine Gesellschaft wird nicht krisenfest, weil sie keine Risiken mehr kennt, sondern weil sie vorbereitet, lernfähig und solidarisch bleibt.

Der Sonntag richtet den Blick stärker auf die persönliche und seelische Widerstandskraft. Dr. Donya Gilan, Expertin für Resilienzforschung, spricht darüber, was gesellschaftliche und persönliche Resilienz stärkt. Anschließend fragt eine Podiumsdiskussion mit Dr. Gilan, Militärdekanin Katarina Freisleder und Landespfarrer Michael Thoma von den bayerischen Johannitern: Was stärkt meine innere, seelische Resilienz?

Für theology.de ist diese Veranstaltung besonders bemerkenswert, weil sie Sicherheitsfragen nicht nur technisch oder politisch versteht. Sie nimmt auch ethische, psychologische und seelsorgerliche Dimensionen auf. Kirche hat in Krisenzeiten eine eigene Aufgabe: Sie kann Ängste ernst nehmen, ohne sie zu verstärken. Sie kann zur Besonnenheit ermutigen, ohne Risiken kleinzureden. Sie kann Räume öffnen, in denen Menschen sprechen, trauern, fragen und neue Orientierung finden.

Resilienz ist dabei mehr als Durchhalteparole. Christlich verstanden meint sie nicht Härte um jeden Preis, sondern tragfähige Hoffnung, geistliche Nüchternheit und gelebte Solidarität. Wer resilient ist, verdrängt die Wirklichkeit nicht. Er bleibt ansprechbar, verantwortungsbereit und gemeinschaftsfähig. Gerade darum lohnt sich der Diskurs zwischen Sicherheitspolitik, Friedensethik, Bevölkerungsschutz und Seelsorge.

Die Tagung richtet sich an alle, die sich mit gesellschaftlicher Sicherheit, Krisenvorsorge, Ehrenamt, Friedensethik, Bildung, Technologie, psychischer Widerstandskraft oder kirchlicher Verantwortung in unsicheren Zeiten beschäftigen. Sie bietet fachliche Impulse, Diskussionen, Workshops, Andachten, Begegnungen und Gespräche in der besonderen Atmosphäre der Evangelischen Akademie Tutzing.

Weitere Informationen & Anmeldung:

Sicherheit und Resilienz – Evangelische Akademie Tutzing

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