Bleiben Sie zum Frieden bewegt!
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Bleiben Sie zum Frieden bewegt!
Bonhoeffer-Niemöller-Stiftung veröffentlicht „Erfurter Appell zu Frieden und Kriegen in den Medien“
Die Bonhoeffer-Niemöller-Stiftung e.V. hat im Mai 2026 den „Erfurter Appell zu Frieden und Kriegen in den Medien“ veröffentlicht. Vorausgegangen war eine Tagung in Erfurt (1.-3. Mai 2026) unter dem Thema „Gut informiert? Frieden und Kriege in den Medien“. Der Appell versteht sich als christlich-pazifistische Stimme in einer Zeit, in der Kriege, Aufrüstung, Propaganda und mediale Zuspitzungen die öffentliche Debatte prägen.
Unter der Überschrift „Bleiben Sie zum Frieden bewegt!“ richtet sich der Appell an alle, die Medien nutzen, journalistisch gestalten oder in leitender Verantwortung stehen. Seine Grundbotschaft lautet: Medien dürfen sich nicht zum Teil des Krieges machen lassen. Wer Krieg führt, versucht auch, öffentliche Meinung zu beeinflussen. Darum brauche es Distanz, kritische Prüfung und eine grundlegend friedliche Haltung: Frieden ist besser als Krieg, Verhandeln ist besser als Gewalt, Recht ist besser als Unrecht.
Die Stiftung ruft dazu auf, die Narrative der Kriegführenden kritisch zu hinterfragen. Häufig würden Konflikte in einfache Muster von „guten Freunden“ und „bösen Feinden“ gepresst. Doch die Wirklichkeit sei meist vielschichtiger. Notwendig seien gründliche Konfliktanalysen, die nach Interessen, Profiteuren, Opfern, historischen Entwicklungen und möglichen Wegen aus der Gewalt fragen.
Besonders betont der Appell die Verantwortung journalistischer Medien. Medienleitungen sollen Qualitätsjournalismus ermöglichen, Friedensfragen redaktionell stärker gewichten und Redaktionen vor politischem Loyalitätsdruck schützen. Journalistinnen und Journalisten werden ermutigt, unabhängig zu bleiben, Begriffe der Kriegführenden nicht unkritisch zu übernehmen, Bilder sorgfältig auszuwählen und mit gleichem Maß für alle Konfliktparteien zu messen.
Auch Mediennutzerinnen und Mediennutzer werden angesprochen. Der Appell wirbt dafür, guten Journalismus bewusst zu unterstützen, Bezahlangebote seriöser Medien zu nutzen, Informationen zu vergleichen und sich nicht allein auf kurze Clips oder soziale Medien zu verlassen. Gerade in digitalen Räumen sei Medienbildung unverzichtbar, um Propaganda, Manipulation und interessengeleitete Reichweiten besser zu erkennen.
Theologisch ist der Appell ein wichtiger Impuls. Er erinnert daran, dass christlicher Glaube nicht in der Logik von Feindbildern aufgeht. Die biblische Friedensverheißung entbindet nicht von politischer Analyse, aber sie bewahrt davor, Krieg als alternativlos hinzunehmen. Wer vom Frieden Gottes spricht, muss auch nach Wegen suchen, wie Frieden öffentlich denkbar, sagbar und medial sichtbar bleibt.
Die Bonhoeffer-Niemöller-Stiftung sieht sich dabei in der Tradition ihrer Namensgeber: Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller standen gegen die nationalsozialistische Diktatur. Niemöller wurde später zu einer prägenden Stimme der Friedensbewegung und des Widerstands gegen atomare Bewaffnung. Diese Erinnerung macht den Appell besonders eindringlich: Eine demokratische Gesellschaft braucht unabhängige, pluralistische und fundierte Medien – und Menschen, die sie wach und verantwortungsvoll nutzen.
Der Erfurter Appell endet mit einer einfachen, aber dringlichen Bitte:
Bleiben Sie zum Frieden bewegt!
Erfurter Appell zum Download (PDF ca. 340 KB)