Sölle Dorothee

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Dorothee Sölle

Dorothee Sölle

(c) Burkhard Bartel, Fotograf

Dorothee Sölle, geborene Nipperdey (* 30. September 1929 in Köln; 27. April 2003 in Göppingen), war eine feministische deutsche evangelische Theologin und Dichterin. Als theologische Schriftstellerin und Rednerin war sie weltweit bekannt.

Sie gehörte zu den profiliertesten Vertretern eines „anderen Protestantismus“, übte Kritik an der Allmachtsvorstellung über Gott und versuchte in ihren Schriften, alltägliche Lebenserfahrungen – insbesondere des Leidens, der Armut, Benachteiligung und Unterdrückung – mit theologischen Inhalten zu verknüpfen. Politisch war sie in der Friedens-, Frauen- und Umweltbewegung engagiert.

“Wir sind mit dem anderen Amerika verbündet”

„Wir sind mit dem anderen Amerika verbündet“ – dieser Satz von Dorothee Sölle geht einem nicht leicht aus dem Kopf. Er steht am Ende einer Rede, die Sölle im Oktober 2002 in Hamburg auf einer Demonstration gegen den Irak-Krieg gehalten hat. Es sind Worte aus einer konkreten historischen Situation – und doch wirken sie heute erstaunlich gegenwärtig.

Liest man diese Rede mit dem Abstand von mehr als zwei Jahrzehnten, wird deutlich: Die Herausforderungen, vor denen Demokratien und internationale Bündnisse stehen, sind historisch nicht einmalig. Nationalistische Töne, moralische Selbstgewissheiten, der Rückgriff auf militärische Gewalt als vermeintlich letzte Lösung – vieles davon begegnet uns erneut, wenn auch unter veränderten Vorzeichen. Die damalige nationale und internationale Notlage der USA weist bedrückende Parallelen zu heutigen politischen Konstellationen auf.

Sölle analysiert nicht nur, sie positioniert sich. Theologisch, politisch und poetisch zugleich widerspricht sie einer Logik der Gewalt und der religiösen Selbstüberhöhung. Ihr Satz vom „anderen Amerika“ ist kein naiver Gegenentwurf, sondern Ausdruck einer bewussten Solidarität: mit den kritischen Stimmen, den Friedensbewegten, den Zweiflern, den Leidtragenden politischer Machtspiele. Damit erinnert sie daran, dass politische Urteilsbildung und christliche Verantwortung nicht auseinanderfallen dürfen.

Gerade heute lohnt es sich, diese Rede neu zu lesen. Nicht als historische Fußnote, sondern als Anfrage an unser eigenes Denken und Handeln: Wo stehen wir? Mit wem fühlen wir uns verbunden? Und welchen Stimmen schenken wir Gehör?

Die vollständige Rede von Dorothee Sölle finden Sie hier:
https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/001704.html

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